Archiv der Kategorie 'vermischtes'

Baumstämme die durchs Weltall fliegen

Vor kurzem erst bin ich auf die schon ab 2003 erscheinenden Art Games der tschechischen Spielentwickler_innen Amanita Design gestoßen. In Samorost hilft man einem kleinen Außerirdischem im Schlafanzug dabei, die Kollision seines Meteoriden mit einem Zweiten zu verhindern, und darf dabei dennoch nicht zu sehr auf das eigentliche Spiel fixiert sein. Stattdessen lässt man sich besser auf die Collage aus Klang, Bildern und Animationen ein, um dann doch noch die Welt zu retten.

Samorost 2 ist online leider nicht komplett verfügbar, aber das Durchspielen des ersten Kapitels (der kleine Hund des Außerirdischen wird entführt!) lohnt sich sehr, zumal weil das altbackene Thema der Errettung der hilflosen Prinzessin hier reaktualisiert wird. Der kleine Roboter aus Machinarium erinnert in seiner Fragilität und Ungelenkigkeit einerseits an die Puppen der Augsburger Puppenkiste und andererseits an die Unvollkommenheit und gleichzeitige Vermenschlichung technischer Errungenschaften. Anders ausgedrückt: er ist einfach nur süß, aber warum ist er eigentlich süß?

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Dance dance robot

Ich bin seit kurzem Fan von HRP-4C, die_der 2009 in Japan entwickelt wurde. Seit diesem Jahr kann sie singen und tanzen und, wie ich finde, es mit dem Pop-Mainstream der 90er ganz gut aufnehmen. Beachtlich ist auch ihre Gender-Perfomance: Die überdeutliche Darstellung von Weiblichkeit, die als solche wahrgenommen werden kann und soll, dient aus Sicht einiger Roboterkonstrukteur_innen der besseren Vorhersagbarkeit der Mensch-Maschine Interaktion. Eine Interaktion auf der Basis von festen Identitäten verringert die Handlungsoptionen auf der Seite der Menschen und ermöglicht es, die Reaktion der Roboter sinnvoll darauf abzustimmen. So wird die feministische Kritik am doing gender gegen sich selbst gewendet und eine feste Geschlechtsidentität auf den amorphen Roboter-Körper eingeschrieben. Und auch die Handlungsmöglichkeit aufseiten des Menschen bleibt weiter eingeschränkt. Ob HRP-4C da jemals wieder rauskommt? Ich warte auf die queer-feministische Roboter-Revolution.

PARTEI erringt Teilsieg: Mauer wird wieder aufgebaut

Berlin. Es ist entschieden – 21 Jahre nach dem Abriss der historisch gewachsenen Stadtteilung wird die Mauer wieder aufgebaut. Am 9. November trafen sich führende Politiker aus Ost- und Westberlin um die Eröffnung des ersten Teilstücks an der Bernauer Straße feierlich zu begehen. Die neue Mauer enthält sowohl Teile der alten Mauer als auch moderne Elemente. Dies sei eine Hommage an die historische Teilung der Stadt und deren zukunftsweisende Bedeutung, heißt es aus Regierungskreisen.


Das fertiggestellte Teilstück mit Grenzübergängen

Die aufstrebende Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative forderte schon ab 2004 den Wiederaufbau, nun schlossen sich auch die anderen Regierungsparteien diesem Ansinnen an. Über die Neuorganisation der Regierung wird derzeit noch diskutiert. Auch die Gespräche über die Aufteilung des öffentlichen Nahverkehrs dauern noch an.

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Ein Blick über die neue Mauer in Richtung Ostberlin

Heftige Debatten rief der Vorschlag einiger Ostberliner hervor, Teile von Neukölln und Kreuzberg in den Osten einzugliedern. Diese Stadtteile seien aufgrund der vorliegenden Wahlergebnisse eher dem ostdeutschen Lager zuzuordnen, hieß es. Westberliner reagierten auf den Vorschlag mit einem Protestbanner mit der Aufschrift „Insellösung ja- abgebrochene Eisscholle nein“. Der genaue Mauerverlauf steht noch nicht fest. Dennoch soll der Bau in Berlin im September 2011 abgeschlossen sein.

New York, New York

…ein paar Impressionen:


Die Skyline von Manhattan


Eine Subway-Station


Andy Warhol

Robot Unicorn Comics

Nachdem Robot Unicorn Attack auch aufgrund dieses Posts (und natürlich wegen des Soundtracks) einige Beliebtheit erlangt hat, gibts hier jetzt ein paar (auf verschiedenen Seiten geklaute) Comics. Der erste gefällt mir besonders: Robot Unicorn against Homophobia.

And always remember: Your wishes will come true.

Achja: wer die Candy-Mountain-Filme noch nicht kennt, sollte mal hier klicken.

Mussolini der Mops

…aber war das nicht Hitler mit dem fehlenden Hoden? Ok, genug der schlechten Scherze. Ich wollte eigentlich noch einen Beleg für das Übergreifen des Web 2.0 auf die offline Welt in Form von Reallife-Comments hochladen. Leider wurde der kommentierende kleine blaue Zettel, der an dem unten zu sehenden Aushang klebte, schon entfernt. Weil der Text so schön war, werde ich ihn dennoch wiedergeben:

Seit einigen Tagen ist eine Katze in unserem Hof. Sie hat einen weißen Latz, ansonsten sah sie schwarz aus, weil es dunkel war. Tel: ***

Schön. Nachts sind alle Katzen schwarz.

Kirmestechno für alle

Wenn ihr diese Serie noch nicht kennt, habt ihr bisher ein bisschen was verpasst. Die 90er sind nämlich doch noch nicht vorbei: schlechte Frisuren, Kirmestechno, krasse Autos und Dosenbier gibt es bei New Kids on the Block.

48 days later

Stimmt zwar nicht ganz, aber es klang so schön: 48 days later könnt ihr the Return of Megamull im Hafenklang erleben. Wer sich nicht erinnert: es gab da auf der Fusion dieses eine oder das andere Lied, die ein paarmal gespielt wurden und worüber ich auch schon geschrieben habe. Wer die Lieder nicht so mag, findet hier und hier andere, ebenso tolle. Wegen der allgemeinen Verrücktheit und anderer Gründe findet nun am 14.8. im Hafenklang folgende Party statt:

Auf dem Flyer fehlt vermutlich ein „Spiel“ vor dem „mit mir“. Vielleicht dürft ihr ja auch Musikwünsche äußern. Oder euch beleidigen lassen. Möglicherweise wird der Abend auch sehr schrecklich und langweilig. Aber wahrscheinlich nicht im Hafenklang. Guckt es euch an, und vor allem auch diesen Blog. Und dieses Video.

Deutschland, wir wissen wo dein Auto steht

… eine WM-Nachlese.

Eigentlich wollte ich mich ja gar nicht mehr äußern zu dieser „Fahnenstreit“-Geschichte. Gedanken gemacht habe ich mir schon darüber, dass viele Migrant_innen in Neukölln (und anderswo in Berlin) Deutschland und die deutsche Männer-Mannschaft des DFB bei der FIFA-Männerfußball-WM abfeierten. Autos mit einer Türkei-, Palästina und Deutschlandfahne machten jedenfalls klar, dass es hierbei nicht um das reine Bekenntnis zu einem Fußballteam ging und dass Nationen und Nationalismus ganz unangenehme Veranstaltungen sind. Und es ist ja auch ziemlich egal, wer sich nun gerade zu dem nationalen Zwangskollektiv Deutschland bekennt. Nicht vergessen werden darf hingegen, dass nun zwischen den „integrierten, flaggentragenden“ Migrant_innen und den „Anderen“ unterschieden werden kann, wie Martin Endemann von Baff in der taz feststellt:

„Das sind ja nicht andere Deutschlandfans, nur weil sie Migranten sind“, wundert sich Endemann über die Diskussion, die wegen des Neuköllner Fahnenstreits entbrannt ist. Dass der neue Patriotismus entspannter sein soll, ist für ihn ein Mythos. „Es werden ja trotzdem Unterschiede gemacht, jetzt eben zwischen den Migranten, die flaggen, und solchen, die nicht flaggen.“

Die autonome Neuköllner Antifa hat zu diesem Thema einen Text geschrieben. Darin skizziert sie Nationalismus

als Eintrittskarte und Mitmachangebot für ansonsten durch institutionalisierten und alltäglichen Rassismus marginalisierte Menschen.

Unter der Überschrift „Integration – Nein, Danke!“ findet sich außerdem die folgende Feststellung:

Ein Schlagwort das in der Debatte immer wieder auftaucht und leider viel zu häufig unkritisch reproduziert wird, ist das der Integration. Hinter dem Wort Integration steht dabei ein rassistisches wie ausgesprochen wirkmächtiges Konzept. Es ist kein Konzept, dass gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe von Migrant_innen zum Ziel hat, sondern vielmehr die Anpassung der Migrant_innen an den gesellschaftlichen Idealtypus der deutschen Mehrheitsgesellschaft propagiert und somit auf die Errichtung einer homogenen und scheinbar wiederspruchlosen Gesellschaft, geeint in einer „deutschen Leitkultur“, ausgerichtet ist.

In der Jungle World, dem bekannten antideutschen Wochenblatt, findet sich dagegen ein Artikel, der sich gegen den Deutschlandfahnenklau ausspricht und ein unverkrampftes Fußballfan-Funpatriotismus-Dasein propagiert:

Die selbstgestellte Aufgabe diverser Autonomengruppen bei dieser WM war es nämlich, sich stolz im Internet zu präsentierten, vor Haufen von schwarz-rot-goldenen Wimpeln, Fähnchen und Girlanden, die sie auch nach den Festen auf der Fanmeile aus den Mülleimern gezogen haben könnten. Diese Fahnensammelei war dann ganz schrecklich antinational und ein Beitrag zur Verhinderung des Dritten Weltkriegs, den Deutschland gerade plant. Wahrscheinlich gehört das neue Bild der deutschen Nationalmannschaft mit zum deutschen Plan, der Welt eine hübsche Maske zu zeigen, vor der man sich um so mehr fürchten sollte. Man kennt das ja aus der deutschen Geschichte. An die Stelle des hässlichen Effizienzfußballs vergangener Tage, der so teutonisch wirkte wie eine Wagner-Oper, trat virtuoser Spaßfußball, der Engländer und Argentinier so verblüffte, dass sie erst gar nicht versuchten, dagegenzuhalten. Eine deutsche Mannschaft trat da in Südafrika an, bei der Reporter im Ausland verzweifelt ihren Zuschauern erklären mussten, dass die Deutschen jetzt Khedira und Özil heißen und nicht mehr Fritz oder Matthäus. Aus den hässlichen Deutschen, die noch in den Achtzigern jede gegnerische Mannschaft mit ihren Blutgrätschen in Angst und Schrecken versetzt hatten, war eine junge Gute-Laune-Truppe geworden, an der sich jetzt Brasilien ein Vorbild nimmt, das sich selbst erneuern möchte, um endlich wieder so aufregend zu spielen wie streckenweise Deutschland bei dieser WM.

Auch die Sache mit der Integration hat der Autor Boris Heyne nicht so richtig verstanden:

Doch diese Au­tonomen benutzen Migranten, um ihre eigenen Identitätskonflikte auszufechten, und das ist bestenfalls peinlich. Das wird auch klar, wenn man auf die Homepage von »Fahnenflucht« schaut, wo der kleinkarierte Fahnenstreit ausgetragen wird. »Integration – Nein, Danke!« heißt es dort beispielsweise. Dabei sollten darüber, ob sich jemand integrieren will oder nicht, nicht irgendwelche linken Blutsdeutsche mit zu viel Langeweile zu bestimmen haben.

Möglicherweise weiß er nicht, dass diese Überschrift von der gleichnamigen Kampagne einer Migrant_innenselbstorganisation stammt. Möglicheweise möchte der Autor auch einfach weiterhin

Fahrräder sinnlos mit möglichst vielen Flaggen […] schmücken, [denn] ironisches Schwarz-Rot-Gold-Kettchen-Tragen war in jeder Hipsterkneipe angesagt.

Außer in der Tristeza. Vielleicht ist das ja doch noch keine Hipster-Kneipe. Falls jedenfalls irgendjemand Ironie in dem Jungle World Artikel gefunden hat, möge er_sie mir diese Erkenntnis doch mitteilen. Ansonsten bin ich erstmal etwas verstört darüber, dass Antideutsche jetzt wieder unverkrampft ihre Deutschlandfahnen wehen lassen wollen. Und dass sie beleidigt sind, wenn „trostlose Autonome“ sie ihnen wegnehmen.

Antirassistisches Bündnis NeuköllnAntirassistisches Bündnis Neukölln

Kommando Kevin Prince-Boateng Berlin-OstKommando Kevin Prince-Boateng Berlin-Ost

PS: In derselben Ausgabe der Jungle World findet sich außerdem noch ein Artikel, in dem beklagt wird, dass Linke nicht in Würde liberal werden können. Dort heißt es:

»Ich will nicht Jutta Ditfurth sein«, bekennt Klingelschmitt in der Taz. Das kann ihm niemand verübeln. Es hat aber auch niemand von ihm verlangt, Jutta Ditfurth zu werden. Er möchte kein Linker mehr sein, sondern »als was anderes firmieren«. Das hat ihm keiner verboten, ist ja ein freies Land hier. Doch man muss deshalb nicht zu einem fahnenschwenkenden Patrioten mutieren. Einen linken »Beißreflex beim Deutschlandfähnchen« entdeckte Klingelschmitt, sowie Warnungen »vor einem Vierten Reich, das da bald kommen werde«. Diese Kritik kommt rund 20 Jahre zu spät. Doch was zählen ein paar Jahre, wenn es darum geht, jene zu schützen, die »überall im Lande die multikulturelle deutsche Fußballnationalmannschaft ganz zu Recht euphorisch feiern«.

Vielleicht demnächst mal die eigene Zeitung lesen, bevor man mit dem Taz-Bashing anfängt?

Das Leben ist ein Ponyhof

Wer früher „The last unicorn“ gemocht hat, wird das Flash-Spiel mit dem Namen „Robot Unicorn Attack“ lieben. Guckt es euch an, schon wegen des Soundtracks lohnt es sich. Unglaublich trashig. Und was soll bitteschön ein Einhorn-Roboter sein?

Wer mehr auf „My little Pony“ steht, dem sei dieses Spiel ans Herz gelegt. Hätte auch den Namen Ponytron verdient und ist dementsprechend ein Multiplayer-Game. Viel Spaß…