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B5 bekommt ein Gesprächsangebot von der NPD

Die Hamburger NPD hat die Parallelen zwischen ihren eigenen Positionen und denen des Internationalen Zentrum B5 in der Brigittenstraße festgestellt und einen Text dazu auf ihrer Homepage veröffentlicht. Der Text würdigt die Arbeit des Zentrums und dessen politische Leitlinien. Zum Schluss wird ein Gesprächsangebot unterbreitet und eine Querfront empfohlen. Angesichts dessen, dass der Text der NPD einigermaßen ausführlich die politischen Parallelen darlegt und eine solche politische Erklärung zum Nachdenken über die (B5-eigenen) Positionen anregen sollte, ist die Reaktion der B5 doch erstaunlich kurz:

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen | Stellungnahme zum „Diskussionsangebot“ der NPD
Dieses „Gesprächsangebot“ ist reine Provokation und soll dazu dienen weitere Angriffsflächen auf das internationale Zentrum B5 zu bieten. Unsere Praxis zum Thema Faschismus und Rassismus lässt keine Zweifel an unserer antifaschistischen Einstellung zu. Unsere Auseinandersetzung mit Nazis findet auf der Straße statt. Wir reden nicht mit Faschisten! Klassenkampf statt Volksgemeinschaft! Nazis auf’s Maul!

Erstaunlich auch die Analyse, dass ein solches Gesprächsangebot einzig und allein der Diskreditierung der B5 dienen soll. Es bleibt die Frage, wer in den Augen der B5 für das Angebot verantwortlich ist, wenn nicht die NPD selber (die vermutlich kein besonderes Interesse daran hat, gerade die B5 bei anderen Linken in Diskredit zu bringen: sie hat stattdessen schon erkannt, dass die B5 selbst in der linken Szene nicht allzu beliebt ist). Auf eine Querfront-Initiative der NPD folgt also eine hilflose verschwörungstheoretische Reaktion der B5. Und: alle haben erkannt, wie nah die B5 und andere Oldschool-Antiimperialist_innen mit strukturellem und offenem Antisemitismus den Positionen der Nazis sind – bis auf sie selbst.

Nachtrag: Spannend wird es auch, wenn man sich die Seite der Sol genauer anguckt, auf der die abschlägige Antwort der B5 zu finden ist. Eingeleitet wird die Stellungnahme mit den bekannten Worten „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“. Stellt man sich die Frage, was denn eigentlich nun genau dieses Verbrechen ist, das den Faschismus ausmacht, wird man weiter unten fündig: Beim Aufruf zu den Gegenprotesten heißt es „Faschismus heißt Krieg“. Krieg ist also das Verbrechen, Antisemitismus und die Shoa können in den Augen der Sol ganz getrost ausgeblendet bleiben. Dann ist es nur folgerichtig, wenn heute (am 18.8.2010) unkritisch der Film „To shoot an elephant“ (bei dem es um die Auswirkungen der „Operation gegossenes Blei“ auf die Bevölkerung des Gaza-Streifens geht) gezeigt wird, während sich nächste Woche dann anhand des Film „Hamas – Die Macht in Gaza“ kritisch mit der Hamas auseinandergesetzt werden soll. Wenn die Sol also einen Film braucht, um darüber nachzudenken ob sie eine antisemitische islamistische Gruppe unterstützen soll oder nicht, wundert es wirklich kaum, dass sie einfach nicht versteht, was die NPD auf Tuchfühlung gehen lässt.

Fußball und Nationalsozialismus

Kaum ist Fußball-WM, können die Deutschen mal wieder so richtig schön unverkrampft patriotisch sein. Da kann es dann auch schonmal passieren, dass der ZDF-Moderatorin ein „innerer Reichsparteitag“ herausrutscht. Diese Wortschöpfung, irgendwo im Inneren der Katrin Müller-Hohenstein verankert, fand offensichtlich anklang bei Anderen. So schreibt der Tagesspiegel-Kommentator Malte Lehming ausgerechnet unter dem Oberthema „Fußball und Politik“ diese kleine Geschichte der Geschichtsrelativierung fort:

Aber weit gravierender als der sprachliche Lapsus ist doch wohl, dass dieses Klose-Tor, um in der ZDF-Sprache zu bleiben, Deutschlands inneres Auschwitz gewesen sein könnte. Weil dieses Tor den schwachen Klose rehabilitiert, muss er weiter aufgestellt werden, was Deutschland am Ende den Titel kosten wird.

Da bleibt nicht mehr viel zu sagen. Hinweisen möchte ich nur noch auf die Veranstaltungsreihe „Aktiv im Abseits – Streifzüge durch Fußball und Gesellschaft“, die die nächsten Wochen in der Tristeza stattfindet. Ich habe jedenfalls schon jetzt genug von der WM.

Hier zur Dokumentation noch einmal das besagte Video:

Ein Nachtrag: Mehr zu Fußball, Nationalismus und Nazis hier und hier. Und noch ein Bild vom Public Viewing in Frankfurt:

Zum Glück ist das Ganze WM-Ding ja jetzt (erstmal) vorbei.

Linke Solidarität

Da sind sie, die Bilder die ich erwartet habe. Diese Plakate habe ich am Dienstag gar nicht gesehen. Dafür einige Antifa-Fahnen neben Tschador-Träger_innen inklusive Hamas-Schal. Es waren wohl auch ein paar Graue Wölfe-Anhänger_innen und andere türkische Nationalist_innen auf der Demo. Türkische Fahnen waren jedenfalls viele zu sehen. Aber immer schön gegen Nationalfahnen auf Demos, nicht wahr liebe Antiimps?
Inzwischen wurde von der IHH eine Liste derjenigen veröffentlicht, die auf dem Schiff waren auf dem die Menschen gestorben sind. Darunter sind wohl einige hochrangige türkische Faschisten und Islamisten. Dazu schreibt ein_e Indy-Kommentator_in sehr richtig:

Islamisten und Graue Wölfe sind keine Opfer

Außerdem habe ich heute wieder einmal bestätigt gefunden, dass meine leichte Abneigung gegen Judith Butler ihre Gründe hat:

I think: Yes, understanding Hamas, Hezbollah as social movements that are progressive, that are on the Left, that are part of a global Left, is extremely important. That does not stop us from being critical of certain dimensions of both movements. It doesn’t stop those of us who are interested in non-violent politics from raising the question of whether there are other options besides violence.
Judith Butler

(via) (Quelle)

Ich werde wohl nicht zu ihrem Vortrag am 18.6. in Berlin gehen. Und vielleicht nicht mehr so oft in mein Butler-Seminar.

Antisemitismus 2.0

Scheiß Antisemit_innen. Mehr kann ich dazu gerade nicht sagen. Aber das tun zum Glück ja andere.

Update: Hier gibt es ein Video in dem zu sehen ist, wie die landenden israelischen Soldaten mit Eisenstangen angegriffen werden. Das war also die friedliche Lieferung von Hilfsgütern nach Gaza, alles klar. Und ich bin schon gespannt auf die Anti-Israel Demos der nächsten Tage in Deutschland. Mal gucken, was da so für Parolen, Sprüche und Bilder zum Vorschein kommen. Solche und solche Bilder auf Indymedia lassen jedenfalls nichts Gutes vermuten.

Gruselkabinett

Damit diese Videos von dummen Nazis nicht irgendwann in Vergessenheit geraten, habe ich sie mal hier gesammelt. Gibt es die Gesichter des Grauens eigentlich noch irgendwo?

Deutschland auch in Berlin

11.05.2010 – 09:20 Uhr „Rechte“ Parolen skandiert – Marzahn-Hellersdorf
Weil er in der vergangenen Nacht zunächst ausländerfeindliche Parolen äußerte und bei seiner Überprüfung Widerstand leistete, musste ein Mann aus Hellersdorf kurzzeitig ins polizeiliche Gewahrsam. Anwohner am S-Bahnhof Wuhletal hatten kurz nach 22 Uhr die Polizei alarmiert, weil eine Person in einer Grünanlage lautstark „rechte“ Parolen schrie.

12.05.2010 – 09:20 Uhr „Sieg Heil“ gerufen – Marzahn-Hellersdorf
Zwei Unbekannte betraten gestern Abend eine Jugendeinrichtung in Hellersdorf und skandierten „rechte“ Parolen. Die Jugendlichen erschienen gegen 18 Uhr in dem Jugendclub in der Louis-Lewin-Straße. Als die beiden von einer Angestellten nach dem Grund ihres Erscheinens gefragt wurden, hob einer von ihnen den rechten Arm und äußerte „Sieg Heil“. Anschließend verließ das Duo die Einrichtung und entfernte sich in unbekannte Richtung.

13.05.2010 – 12:20 Uhr “Sieg Heil“ gerufen – Charlottenburg-Wilmersdorf/Reinickendorf
Zwei Männer haben gestern in Charlottenburg und Reinickendorf den rechten Arm gehoben und „Sieg Heil“ gerufen. Beamte vom Polizeiabschnitt 11 sahen gestern Abend gegen 20 Uhr 45 bei einer Anzeigenaufnahme in der Antonienstraße einen Mann am geöffneten Fenster seiner Wohnung, der seinen rechten Arm hob und lautstark „Sieg heil“ rief. Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma der BVG alarmierten gegen 2 Uhr 30 die Polizei in die Tauentzienstraße, nachdem ein 31-jähriger Mann bei der Fahrscheinkontrolle im Bus der Linie M46 ebenfalls den Arm hob und für alle Fahrgäste hörbar „Sieg Heil“ und „Heil Hitler“ rief.

14.05.2010 – 10:25 Uhr Berlin-Touristen beleidigt – Neukölln
Drei Berlin-Touristen wurden gestern Nachmittag in Rudow beleidigt und geschlagen. Gegen 16 Uhr 30 fuhren die zwei Frauen im Alter von 18 und 19 Jahren sowie ihr 20-jähriger Begleiter im Bus der Linie 171 in Richtung U-Bahnhof Rudow. In Höhe der Straße Alt-Rudow wurde die Gruppe […] von drei augenscheinlich Angehörigen der rechtsextremen Szene in ein Streitgespräch verwickelt. Hierbei schlug einer der Männer dem 20-Jährigen mehrfach ins Gesicht und beleidigte eine der Frauen als [hier stand im Originaltext das N-Wort]. Anschließend verließen die Männer den Bus und entfernten sich unerkannt. Der junge Mann erlitt bei der Attacke leichte Verletzungen im Gesicht.

14.05.2010 – 19:15 Uhr Passant von Rechtsextremisten bedroht – Neukölln
Zwei Unbekannte sprachen heute Nacht einen 28-Jährigen in Neukölln mit seinem Familiennamen an und beleidigten ihn zunächst. Der Angesprochene, der dem linken Spektrum zuzurechnen ist, befand sich gegen 1 Uhr 30 auf dem Gehweg in der Boddinstraße, als einer der Unbekannten einen metallenen Gegenstand aus seiner Kleidung hervorzog und sich mit seinem Begleiter hörbar über einen Angriff auf den 28 Jahre alten Mann absprach. Unmittelbar darauf rannte der Täter mit dem metallenen Gegenstand auf den bedrohten Mann zu, der daraufhin sofort die Flucht ergriff und die Polizei alarmierte. Die beiden beschriebenen Unbekannten, die ihrem Äußeren nach dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen sein dürften, konnten unerkannt entkommen.

Antisemitismus ist keine Kunst

Das hat die „Künster_innengruppe Surrend“ anscheinend nicht so richtig verstanden. Es lässt sich nicht nachvollziehen, wie man darauf kommt, Plakate mit der Überschrift „Endlösung“ und einer Landkarte des Nahen Ostens ohne Israel in Berlin aufzuhängen. Die dänischen Künstler_innen wollen das als „harte Satire“ verstanden wissen. Mir fehlen die Worte. Hier das Plakat zu Dokumentationszwecken:

Legogaming 2.0

verrückte Christen
Achja, und wenn ihr sonst nichts zu tun habt, könnt ihr auch für einen friedlichen 1. Mai beten. Die Antifa Berlin hat sich auch schonmal vorsorglich in den dafür eingerichteten Doodle eingetragen. Damit ihr nicht für das Falsche betet, hier nochmal die aktuellen Inhalte der Gebete:

Gott ehren:

* Wir ehren Gott als den Friedefürsten
* Wir ehren Gottes Geist, der Frieden bringt
* Wir ehren Gottes Ordnungen (Psalm 119)

Wir beten für …

* einen Rückgang der Gewalt
* einen friedlichen 30. April (Walpurgisnacht) und 1. Mai
* gelingende Planung des Myfests, das der Gewalt entgegen wirken will
* den Gottesdienst am 1. Mai: gute Kommunikation mit den Verantwortlichen, klare Verkündigung
* das Gebet am 1. Mai im Kiez – dass viele Menschen sich daran beteiligen
* Schutz für diejenigen, die sich um den Frieden vor Ort bemühen
* die Polizei: Weisheit, Klarheit, gute Kommunikation, Schutz, Verhältnismäßigkeit, Deeskalation
* frustrierte Jugendliche – dass Gott sie vor Gewalttaten zurückhält und sie seinen Frieden erleben
* Segen auf allen Initiativen, die sich bemühen, Migranten und deutschen Jugendlichen eine gesellschaftliche Perspektive zu geben
* Initiativen in Kreuzberg, die Menschen das Evangelium und die Liebe Gottes nahe bringen: Segen, Bekehrungen, Stärkung und Gründung von Gemeinden

Also wenn Religion immer noch das Opium des Volkes ist, dann möchte ich wirklich kein Junkie sein. Obwohl, für die Weisheit der Polizei zu beten, entbehrt nicht eines gewissen Humors. Und drei Gebetspunkte gleich mal für sich selbst zu reservieren, ist auch ganz plietsch. Also meldet euch an, es sind bestimmt noch Gebetsplätze frei (auch ganz nah am Geschehen!).

Oldschool Atz_innen against Nazis

Ankündigungen mit schönen Plakaten

Auch wenn ich mich in Ästhetiktheorie nicht so auskenne, würde ich die folgenden Plakate einfach mal als „schön“ bezeichnen. Und außerdem sind noch ankündigungswerte Veranstaltungen drauf. Ich lasse sie einfach mal für sich selbst sprechen.

Merke: auch Schuhe, Jacken, Tomaten, Zirkel, Plastikstühle, Schraubstöcke und Krähenfüße können beim Verhindern eines Naziaufmarsches kaputtgehen! Also Vorsicht am ersten Mai!