B5 bekommt ein Gesprächsangebot von der NPD

Die Hamburger NPD hat die Parallelen zwischen ihren eigenen Positionen und denen des Internationalen Zentrum B5 in der Brigittenstraße festgestellt und einen Text dazu auf ihrer Homepage veröffentlicht. Der Text würdigt die Arbeit des Zentrums und dessen politische Leitlinien. Zum Schluss wird ein Gesprächsangebot unterbreitet und eine Querfront empfohlen. Angesichts dessen, dass der Text der NPD einigermaßen ausführlich die politischen Parallelen darlegt und eine solche politische Erklärung zum Nachdenken über die (B5-eigenen) Positionen anregen sollte, ist die Reaktion der B5 doch erstaunlich kurz:

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen | Stellungnahme zum „Diskussionsangebot“ der NPD
Dieses „Gesprächsangebot“ ist reine Provokation und soll dazu dienen weitere Angriffsflächen auf das internationale Zentrum B5 zu bieten. Unsere Praxis zum Thema Faschismus und Rassismus lässt keine Zweifel an unserer antifaschistischen Einstellung zu. Unsere Auseinandersetzung mit Nazis findet auf der Straße statt. Wir reden nicht mit Faschisten! Klassenkampf statt Volksgemeinschaft! Nazis auf’s Maul!

Erstaunlich auch die Analyse, dass ein solches Gesprächsangebot einzig und allein der Diskreditierung der B5 dienen soll. Es bleibt die Frage, wer in den Augen der B5 für das Angebot verantwortlich ist, wenn nicht die NPD selber (die vermutlich kein besonderes Interesse daran hat, gerade die B5 bei anderen Linken in Diskredit zu bringen: sie hat stattdessen schon erkannt, dass die B5 selbst in der linken Szene nicht allzu beliebt ist). Auf eine Querfront-Initiative der NPD folgt also eine hilflose verschwörungstheoretische Reaktion der B5. Und: alle haben erkannt, wie nah die B5 und andere Oldschool-Antiimperialist_innen mit strukturellem und offenem Antisemitismus den Positionen der Nazis sind – bis auf sie selbst.

Nachtrag: Spannend wird es auch, wenn man sich die Seite der Sol genauer anguckt, auf der die abschlägige Antwort der B5 zu finden ist. Eingeleitet wird die Stellungnahme mit den bekannten Worten „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“. Stellt man sich die Frage, was denn eigentlich nun genau dieses Verbrechen ist, das den Faschismus ausmacht, wird man weiter unten fündig: Beim Aufruf zu den Gegenprotesten heißt es „Faschismus heißt Krieg“. Krieg ist also das Verbrechen, Antisemitismus und die Shoa können in den Augen der Sol ganz getrost ausgeblendet bleiben. Dann ist es nur folgerichtig, wenn heute (am 18.8.2010) unkritisch der Film „To shoot an elephant“ (bei dem es um die Auswirkungen der „Operation gegossenes Blei“ auf die Bevölkerung des Gaza-Streifens geht) gezeigt wird, während sich nächste Woche dann anhand des Film „Hamas – Die Macht in Gaza“ kritisch mit der Hamas auseinandergesetzt werden soll. Wenn die Sol also einen Film braucht, um darüber nachzudenken ob sie eine antisemitische islamistische Gruppe unterstützen soll oder nicht, wundert es wirklich kaum, dass sie einfach nicht versteht, was die NPD auf Tuchfühlung gehen lässt.


21 Antworten auf „B5 bekommt ein Gesprächsangebot von der NPD“


  1. 1 Oompa Loompa 13. August 2010 um 4:07 Uhr

    wie nah denn? erzähl ma! führ ma aus!

  2. 2 what 13. August 2010 um 16:15 Uhr

    ich zitier ungern die npd. ich sag ansonsten nur: claude lanzmann, shoa und das existenzrecht von israel.

  3. 3 Oompa Loompa 14. August 2010 um 9:42 Uhr

    versteh ich nicht. wo steckt da die inhaltliche nähe?

  4. 4 what 14. August 2010 um 16:09 Uhr

    antisemitismus? ich hätte auch sagen können: positiver bezug auf volksbefreiungsbewegungen, antiamerikanismus und verkürzte kapitalismuskritik.

  5. 5 bla 17. August 2010 um 21:09 Uhr

    mittlerweile auch in der presse angelangt: Rechtsextreme in Hamburg – Träume vom Hitler-Stalin-Pakt

    http://www.fr-online.de/kultur/traeume-vom-hitler-stalin-pakt/-/1472786/4563528/-/index.html

  6. 6 fussballvonlinks 18. August 2010 um 20:03 Uhr

    was passt, das passt…

    und hier nochn artikel dazu:

    http://npd-blog.info/2010/08/10/npd-diskussionsangebot-200/

  7. 7 Uschie 25. August 2010 um 16:17 Uhr

    folgende Punkte würde ich gerne mal in die Diskussion bringen:

    1. ich stelle mal die These auf, dass der Bezug auf „Volksbefreiuungsbewegungen“ im Internationalismus und Antiimperialismus ein ganz ein anderer ist, als der der NPD. Ganz egal wie man die jeweiligen Befreiungsbewegungen bewertet. Aber vielleicht kannst du mir da weiterhelfen mit konkreten Beispielen und nicht mit Phrasen.

    2. Zum Antiamerikanismus: Nazis stoßen sich an der multikulturrellen und liberalen Gesellschaft in den USA – Linke für gewöhnlich an den Kriegen -> benennen da aber nicht die Menschen die in diesem Land leben sondern die Regierung bzw. diesen Staat (USA). Im Fall wo Nazis sich gegen Kriege der USA stellen, besetzen sie ein Thema ähnlich wie bei der sozialen Frage. Heißt das im Umkehrschluss wir dürfen uns weder gegen Krieg noch gegen Hartz IV engagieren? Während Linke für gewöhnlich Kriege ablehnen, heißt es bei ihnen „Nie wieder Krieg nach unserem Sieg“. Desweiteren war der vermeintliche rechte Antimilitarismus bzgl. den USA immer in erster Linie gegen diese als „Besatzer“ und deren „Umerziehung“gerichtet (siehe z.B. Hepp-Gruppe). Also Vorsicht mit zu schnellen Vorverurteilungen.

    3. Meine Frage: was ist denn dein nicht-verkürzter Antikapitalismus bzw. wie genau sieht der aus? Mich interessiert gerade bei Personen, die mit erhobenem Zeigefinger immer auf die verkürzte Kritik und die Gefahr dahinter hinweisen – wie ihr Transformationsprozess zur geldfreien und befreiten Gesellschaft aussieht.

    4. Dem B5 zu attestieren, dass die NPD auf Grund der „politischen Parallelen“ und der „Nähe“ dieses Angebot gemacht hat, ist im nettesten Fall bekloppt im schlechtesten politisches Kalkül.

    Mal zum Vergleich:
    In Berlin hatten wir die israelsolidarischen Nazis (Nasofi hießen die glaub ich), kein Mensch ist danach auf die Idee gekommen Linken danach vorzuwerfen, dass sie israelsolidarisch seien bzw.

    Mit solidarischen Grüßen, Uschie

  8. 8 Uschie 26. August 2010 um 13:57 Uhr

    Zu Israel nen interessanter Artikel:

    http://www.akweb.de/ak_s/ak552/31.htm

  9. 9 what 26. August 2010 um 17:48 Uhr

    @ Uschie:

    1. ich würde hier die gegenfrage stellen, was denn genau anders ist an der unterstützung von volksbefreiungsbewegungen durch linke internationalist_innen und beispielsweise die npd. das verbindende element ist meiner ansicht nach die bezugnahme auf ein volk, das ein selbstbestimmungsrecht hat und einer eigenen nation bedarf. und gerade dieser völkische bezug ist das problem. sicherlich gibt es ausnahmen, da kurdische, baskische und die bewegungen in chiapas (die ausdrücklich nicht-völkisch sind) aufgrund ihrer linken vergangenheit nicht von der npd und anderen nazis unterstützt werden. aber in ihre ideologie fügt sich ein selbstbestimmungsrecht der völker eben doch ganz gut ein. und ich möchte mich ganz bestimmt nicht auf das konstrukt „volk“ berufen, wenn ich für die emanzipation der menschen kämpfe.

    2. einige linke beziehen sich in ihrem antiamerikanismus nicht ausschließlich auf geführte kriege und die regierungspolitik, sondern auch auf den american way of life, der ihnen nicht behagt. eine kritik an der konsumkultur greift als antikapitalismus aber eben deutlich zu kurz, da die produktionssphäre ausgeblendet bleibt. und eine vorstellung von einem weltmachtstreben der usa auf allen ebenen knüpft eben auch an antisemitische stereotype an oder ist für diese anschlussfähig. das ist auch ein überschneidungspunkt zum rechten antiamerikanismus. wie du aus meinem text schließt, dass man sich nicht gegen kriege und hartz4 engagieren darf, kann ich nicht nachvollziehen.

    3. „mein nicht verkürzter antikapitalismus“ stützt sich auf das kapital von marx. die theorie kann ich hier leider nicht ausführen, aber lies doch selbst die mew 23-25 ;-) ein bisschen kritik an verkürztem antikapitalismus habe ich ja oben unter 2. schon angerissen. interessant ist aber z.b. auch die von moishe postone geäußerte kritik am arbeitsfetisch. der positive bezug auf die arbeit wird von vielen marxistisch-leninistisch orientierten linken gruppen immernoch gepflegt, ohne zu erkennen, dass gerade die (lohn)arbeit im kapitalismus selbst das verbindende element ist. problematisch ist und bleibt auch eine eindimensionale schuldzuweisung an die diffuse gruppe der herrschenden (auch wenn eine umverteilung von oben nach unten heute bestimmt einiges besser machen würde). wie der transformationsprozess aussieht bzw. aussehen sollte, kann ich dir leider auch nicht sagen, ich habe auch nicht den masterplan der revolution. ich weiß nur, dass die befreite gesellschaft frei von sexismus, rassismus, antisemitismus und anderen unterdrückunsmechanismen sein sollte. interessant finde ich, dass dir als erstes die freiheit von geld eingefallen ist. für mich ist die freiheit von der lohnarbeit z.b. viel elementarer.

    4. und warum hat die npd deiner meinung nach der b5 das angebot gemacht? und was für ein politisches kalkül soll bitteschön von meiner seite dahinterstehen?

    zu den nasofis: das war ein fake, um die nazis zu verwirren. es gab diskussionen innerhalb der naziszene, ob sowas möglich wäre, die gruppe wurde aber wegen des antisemitismus, der der nazi-ideologie immanent ist, abgelehnt.

    so. vielen dank für die fragen und ich hoffe du schreibst auch noch was dazu. den israel artikel habe ich nur überflogen, aber ich meine die position der interventionistischen linken zu kennen. was steckt denn für eine neue erkenntnis darin?

    grüße, what?!

  10. 10 Uschie 27. August 2010 um 12:07 Uhr

    eieiei,

    Ich muss dir in allen Punkten widersprechen. Grundsätzlich finde ich, dass du ein wenig unkoordiniert von einem Argument ins nächste springst und dich häufig mit bestimmten Strömungssatzbausteinen versuchst zu retten. Das ist auch der Grund warum es bei mir nen bisschen hin und her geht. Falls ich dir zu pöbelig oder polemisch bin, das ist nicht meine Absicht. Ich versuche dir nur meine Gedanken direkt darzulegen. :)

    1. das Engagement für so genannte Volksbefreiungsbewegungen (bedenke bitte bei der Begrifflichkeit den Debatten- und Entwicklungsstand der damaligen Linken) bei Internationalist_innen wie auch bei Antiimperialist_innen, wurzelte nie in einem postivem Bezugspunkt zu irgendeinem „Volk“ oder soziokulterellen Eigenschaften bestimmter Communtities, sondern in dem Bestreben von Staaten, militärischen, geheimdienstlichen und wirtschaftlichen Einfluss auf andere Länder / Regionen sowie deren Bevölkerung bis hin zur Unterwerfung und Eingliederung ins eigene Staats- bzw. Reichsgebiet (Kollonialismus / Imperialismus). Diese empfundene Ungerechtigkeit war und ist Motor des Antriebs.

    Die von dir erwähnten kurdischen, baskischen sowie lateinamerikanischen Bewegungen (da gabs und gibts nämlich noch ein paar mehr als den den Südzipfel von Mexiko ;) ) haben immer auch soziokulturelle Hintergründe wie Forderungen nach eigener Sprache, Festen und traditionellen Bräuchen etc. (was durchaus Bindeglieder von Nation- und Volkskonstrukten sind), eine positive Bezugnahme auf genau diese habe ich in linken Texten (auch von B5) noch nie gesehen. Ich habe das auch nicht bei der Anti-Vietnamkriegs-Bewegung, den Anti-Kolonialist_innen oder Texten zu Israel/Palästina, Irak etc. gelesen (Die militante Gruppe AIZ ausgenommen – aber die würde ich auch nie als Linke bezeichnen, sie sich selbst alledings auch nicht mehr).

    D.h. ich stelle die These auf, das es eben keinen völkischen Bezug gibt. Die einzige Strömung der letzten Jahre mit einer Affinität zu soziokulturellen Aspekten ist die so genannte antideutsche. In Subkulturmanier wird hebräisch gelernt, werden jüdische Feiertage zelebriert sowie religiöse Symbole auf Kleidungsstücken getragen etc. pp.. Man geht sogar zum Teil soweit, zu rechtfertigen, dass es ein jüdisches Volk gebe.

    Interessanter Weise wird sich bei der Fokussierung auf Jüdinnen und Juden lediglich auf den Staat Israel konzentriert. Die Situation der verarmten und von Pogromen bedrohten jüdischen Communities in Russland sowie den ehemaligen „Ostblock“-Staaten wird eher am Rande, wenn überhaupt, beleuchtet. Und hierbei kommen wir zu der wirklichen Problematik. Der permanente positive Bezug auf den Staat Israel und das Judentum entsteht durch einen Versuch der Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit dem Holocaust was bis 1967 in der damaligen Linken ebenso charakteristisch war. Dabei werden aber lediglich positive Gesichtspunkte zur Kenntnis genommen und genau diese dann mit Scheuklappen kolportiert. Dieser positive Bezug kann, wie wir 1967 gesehen haben, dann einfach umkippen (Buchtipp: Geliebter Feind – gehasster Freund: Antisemitismus und Philosemitismus in Geschichte und Gegenwart). Nochmal zur Kenntnis: nach dem so genannten 6 Tage-Krieg entwickelte sich neben unter dem Deckmantel des Antizionismus ein linker Antisemitismus heraus. D.h. aber bitte nicht das Antisemitismus und Antizionismus gleichzusetzen seien.

    Kommen wir zu den Nazis: ihr „Volksbefreiungskampf“ basiert auf der Niederlage von Nazideutschland 1945 und ist ein strategisches Mittel um die Allierten nachträglich zu diskerditieren. Als Kühnen während des 2. Golfkriegs (1990/91) Inserate in Zeitungen aufgab um Söldner für die Unterstützung des Iraks anzuwerben, tat er dies nicht weil er die irakische Bevölkerung von der Unterdrückung Sadams oder dem Krieg bzw. der Intervention der Amerikaner zu befreien bzw. zu schützen, sondern weil er nach der „Wende“ die Zeichen der Zeit sah und gegen die „Besatzer“ agieren wollte. Bei der Beteiligung von Neonazis in den militärischen Auseinandersetzung in Ex-Jugoslawien war das genauso. Was die vermeintliche Solidarität mit den Palästinensern angeht, steht schlicht Antisemitismus dahinter und kein Ungerechtigkeitsemfinden.

    Du siehst also, es gibt eben kein völkisches Bindeglied. Oder du kramst jetzt mal Texte raus wo man das nachvollziehen kann – aber da bin ich echt mal gespannt.

    2. Ich kenn keine Texte von Linken oder dem B5 wo der „american way of life“ als signifikantes Problem dargestellt wird sondern lediglich westliche Konsum“kultur“ kritisiert wird. Dass Konsumverhalten unmittelbare Auswirkungen auf die von dir genannte Produktionsphäre hat, sollte dir aber bewusst sein. Global gesehen muss ich dir die materielle Verteilungsungerechtigkeit, hoffe ich, nicht darlegen, auch wenn ich mir da gerade nicht ganz sicher bin. Ob eine Kritik am bzw. die Änderung vom individuellen Konsumverhalten Teil eines Entwicklungsprozesses sein kann, darüber können wir gerne diskutieren nur sehe ich darin weder einen Antiamerikanismus noch strukturelle Gefahren was einen emanzipatorischen Antikapitalismus angeht. Fakt ist, dass Nazis sich an der Zusammensetzung der Bevölkerung sowie dem liberalen Geselsschaftssystem stossen und eine ähnliche hier ablehnen. Das sieht man an Anti-Moschee-Protesten etc. wo die Linke im übrigen genau das Gegensätzliche propagiert. Im besten Falle: „Für die Religionsfreiheit und die Freiheit von der Religion!“

    Zu dem Punkt, der Vorwurf des „Weltmachtsstrebens der USA“ sei strukturell antisemitisch bzw. knüpft an antisemitische Stereotypen an:

    a) Kurzer Exkurs in die Politikwissenschaft: Nationen konkurieren miteinander – permanent und systemisch. Wirtschaftlich, hegemonial, manchmal militärisch. Die USA sind die größte, reichste, dominanteste und militärisch sowie kulturell erfolgreichste Nation auf diesem Planeten. Das ist kein Vorwurf sondern Fakt.

    b) Zweiteres hat mich ein wenig verzweifelt: Warum wird der Antisemitismusvorwurf nur immer gerade von denen so relativiert, die vorgeben Antisemitismus vordergründig zu bekämpfen? Ich empfehle hierfür immer und immer und immer und immer wieder: Wolfgang Benz (Leiter vom Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin) „Was ist Antisemitismus?“. Eine ganz wunderbare Einführung, kost auch nicht viel. Da kann man sich dann auch anlesen was struktureller Antisemitismus wirklich ist und dann sind einem vlt. auch mal die Risiken von solch einem inflationärem Umgang mit Vorwürfen bewusst.

    c) Nein, es ist nicht strukurell antisemitisch den USA oder anderen Nationen vorzuwerfen miteinander zu konkurieren – es ist in erster Linie naiv.

    d) Warum ich aus deinem text schließe, dass man sich nicht gegen Kriege und HartzIV engagieren darf? Weil das der Umkehrschluss aus deiner Argumentationslinie für dein gesamtes Posting ist.

    3. Vorab eine Frage: gibt es bei dir neben dem von dir interpretierten Marx noch andere Alternativen? Ich weiß, das mit dem Meinungspluralismus ist nervig und eigtl ist es am schönsten wenn man immer Recht hat nur die anderen verstehen das so selten. Mist eigtl. :D

    zum Inhalt:
    Kritik am Arbeitsfetisch finde ich nicht prioritär zu behandeln – diese ist weder neu (siehe Ante Ciliga „Im Land der verwirrenden Lüge“ [1938!]) noch unzureichend bearbeitet worden (unzählige Bücher, Aufsätze, Artikel, Kongresse, Veranstaltungen). Die Problematik aber auch Herausforderung liegt darin, einen möglichen Entwicklungsprozess aufzuzeigen. Da kann man sich z.B. Negri anschauen und mit ihm (und den GSP‘lern) warten, dass die Revolution kommt oder halt sich an jemandem wie Žižek orientieren und dem entsprechend aktiv werden. Oder halt ins Sozialrebellentum von Anarchos (z.B. Jules Bonnot – von der sagenumwobenen Bonnot-Bande :D ) oder den links-rätekommunistischen Zusammenhängen (wie Max Höltz oder Karl Plättner) schauen. Nur eine Vorstellung sollte man schon haben um überhaupt der vermeintlich oder reelen „verkürzten Kapitalismuskritik“ eine Alternative entgegenzusetzen.

    Von individuellen Schuldzuweisung redet doch in der Linken niemand. Das nicht wenige am System Schuld sind, ist doch gar nicht die Frage. Die Leute haben nur unterschiedliche Verantwortungen. Und wenn du mir jetzt damit kommst, dass der Bettler sowie die Migrantin genauso unter dem System zu leiden haben wie Vorstände und Angestellte in Leitungsebenen, dann solltest du Marx und Engels vlt. auch Hegel nochmal lesen. Ich empfehle hierzu auch einen Schuss Gramsci.

    *Polemik an*
    Dein „ich weiß nur, dass die befreite gesellschaft frei von sexismus, rassismus, antisemitismus und anderen unterdrückunsmechanismen sein sollte.“ finde ich spitze. Ich wünsche mir dazu noch nen Teddybären und ne neue Spielzeugeisenbahn. Kommunismus als Ponyhof und wir gleiten alle ganz einfach hin auf dem
    schönsten Regenbogen der Welt. Wie du als (vermeintliche) Marxistin dann einen Klassenkampf begehen willst frage ich mich wirklich.
    *Polemik aus*

    Ich will zu einer geldfreien Gesellschaft weil Geld und Lohnarbeit unmittelbar miteinander zusammenhängen wie man anhand DDR, der SU etc. wunderbar gesehen hat. Hierzu empfehle ich Karl Marx: „Lohn, Preis und Profit“ http://www.mlwerke.de/me/me16/me16_101.htm

    4. Die NPD hat in Hamburg eine typische Querfrontstrategie versucht. Warum Nazis so etwas probieren und genauso häufig scheitern steht in unzähligen schlauen Büchern geschrieben.

    Politisches Kalkül unterstelle ich ich dir weil du nicht analysierst sondern politisch dir nicht genehme Gruppierungen versuchst zu diffamieren. Du nimmst dir leider keine Zeit dich mit der eigentlichen Problematik auseinanderzusetzen. Schade wie ich finde.

    Ob die Nasofis ein fake waren oder nicht, tut hier nichts zur Sache, kannst du auch nicht darlegen. Ihre Interpretation, dass eine starke Nation überlebt und eine schwache halt nicht, folgt einer normalen faschistischen Grundauffassung die sie auf den Staat Israel versucht haben zu projezieren. Und bei dem ideologischen Zustand der neonazistischen Szene würde ich mich nicht wundern wenn nicht wenige dieser Logik folgen würden. Erinnere dich mal an die Meldungen der Springerpresse ’67 – die haben ins selbe Horn geblasen. dort wurde Israels „Blitzkrieg“ gefeiert, IDF-Soldaten als „israelischen Wüstenfüchse“ und „Erben Rommels“ betitelt. Das kam bei den Post-NSDAP‘lern gut an – hatte auch nen Grund ;)

    Zur IL: ich glaube du kennst ihre Position eben nicht, sie hat nämlich gar keine – wie du gelesen haben müsstest, wird in dem Artikel ein Diskurs wiedergegeben. Vlt. solltest du in Zukunft weniger überfliegen denn mehr lesen. Dann würde dir ein Erkenntnisgewinn einfacher fallen.

    Mit solidarischen Grüßen, Uschie

  11. 11 mugdu 18. September 2010 um 12:53 Uhr

    die b5 besteht nicht nur aus der sol. die sol ist auch in der b5 umstritten. dennoch sollte die b5 ihre positionen überdenken, dass gesprächsangebot der npd ist einfach nur peinlich aber auch heftig. die erkärung der b5 zeigt deren weltfremdheit, aber auch hilflosigkeit. das faschismus keine meinung ist, sondern ein verbrechen, brauchen wir ja wohl nicht erwähnen. dennoch kann man den nationalsozialismus auch nicht auf die shoa und antisemitismus reduzieren. das war ein imperialistischer krieg gegen alle völker und minderheiten.

  12. 12 Uschie 03. Oktober 2010 um 0:27 Uhr

    Suchst du gerade noch nach Texten die deine Thesen stützen oder war das nur Schall und Rauch?

    dafür ein Lesetip für dich:
    https://wolfwetzel.wordpress.com/2009/01/25/eine-auseinandersetzung-mit-linken-positionen-zu-israel-und-zum-einmarsch-der-israelischen-armee-in-den-gazastreifen/

  13. 13 what 03. Oktober 2010 um 22:44 Uhr

    sorry aber ich habe bei deinem ersten kommentar noch angenommen, dass du konkrete fragen an mich hast. dann musste ich feststellen, dass du hier tatsächlich eine diskussion anfangen willst, die schon 1000mal innerhalb und außerhalb des internets geführt wurde. die argumente dieser diskussion wurden meiner meinung nach schon oft genug ausgetauscht und du wirst mich nicht überzeugen, genausowenig wie ich dich überzeugen werde. ich habe im moment weder zeit noch lust auf diese diskussion. das hat nichts mit fehlenden argumenten meinerseits zu tun. dazu kommt, dass dein von-oben-herab-ton mir ganz schön auf die nerven geht. ich könnte dir auch mit politikwissenschaftlichen argumenten und namedropping kommen, mache ich aber nicht.

    lesetipp für dich: martin kloke – israel und die deutsche linke. im 4. kapitel ist es ziemlich interessant nachzulesen, wie die linken bewegungen 1967/68 von ihrer israelsolidarität abgerückt sind.

  14. 14 bigmouth 04. Oktober 2010 um 0:01 Uhr

    du wirkst gersade wie ein 22jähriger jungantideutscher in der argumentbredouille

  15. 15 what 04. Oktober 2010 um 12:33 Uhr

    auch auf die gefahr hin dass ich mich wiederhole: ich habe gerade wirklich keine zeit für grundsatzdiskussionen im internet. ich war gerade zwei wochen weg und fliege morgen schon wieder los. viel spaß euch allen im kalten deutschland.

  16. 16 Uschie 04. Oktober 2010 um 14:40 Uhr

    hi what,

    wir haben nicht diskutiert. Wir haben auch nicht argumentiert. Ich habe dich nur auf einen kleinen Ausflug in die Geschichte mitgenommen um deine „Thesen“ (die man normaler Weise mit Fakten unterlegt) zu dekonstruieren. Grundsatzdiskussionen sind meiner Meinung nach was ganz anderes. Ich würde schlicht behaupten wollen, dass du keine Ahnung von der Materie hast.

    Und warum soll ich unbedingt einen expliziet Nicht-Linken wie Martin Kloke lesen? Ich hab doch oben bereits ausgeführt, dass und warum die Linke von ihrer Israelsolidarität abgerückt ist. Hat der irgendwas neues rausgefunden? Ich denke das ist jetzt weder neu noch großartig spannend. Die Gefahr ist nur immer noch da was man bei unzähligen Ex-Antideutschen sehen kann (siehe Elsässer). Steht seit Jahren in schlauen Büchern.

    Zum Glück hast du genug Zeit für das Fröhnen eines Subkultur-Lego-WOW-UBUNTU-blogs. Wenn du nicht politisch diskutieren willst, dann halte dich doch in Zukunft einfach zurück was so einen geistigen Blödsinn angeht.

    Gruß, Uschie

    P.S.: ich warte immer noch auf deine Texte weil ansonsten ist das was du geschrieben hast einfach nur Projektion und damit für jede Art von Analyse abzulehnen.

  17. 17 what 19. Oktober 2010 um 12:05 Uhr

    hei uschie,

    in deiner welt darf man also weder von einem antisexistischen und antirassistischen kommunismus träumen noch im jetztzustand kapitalismus spaß an der beschöftigung mit spielzeug und spielen finden. stimmt, ist ja auch alles böse kulturindustrie und verstellt den wahren blick auf die gesellschaft.

    sorry dass ich deinen bezug auf die israelsolidarität der deutschen linken vor 1967 überlesen habe, wie konnte ich das nur vergessen: mir war dein sprung philosemitismus --> antizionismus --> antisemitismus „na dann lieber gleich antizionismus“ damals schon ein bisschen seltsam vorgekommen. wenn du willst, kannst du das ja gerne nochmal erklären.

    wenn ich pöbele (z.b. gegen die sol, von der ich vermutlich mehr gelesen habe als du, allzu viel zu lesen gibt es allerdings nicht, du kannst aber gerne mal in den ratschlag über israel ansehen) ist das also ganz doll schlimm, wenn du pöbelst, ist das „dekonstruieren von thesen“. aha.

    apropos pöbeln: die ganzen alb-aufkleber auf den klos israelischer linker kneipen finde ich übrigens sehr peinlich. und nein, dort kleben keine aufkleber identitärer antideutscher. vielleicht sind es auch diese identitären antideutschen, denen du philosemitismus vorwerfen kannst. ich hingegen unterhalte mich gerne mit vielen verschiedenen menschen kritisch über israelische politik, über siedler_innen und rassismus in der israelischen gesellschaft. mit dir unterhalte ich mich allerdings nicht so gerne, da du andere menschen kaum zu wort kommen lässt und dich selber gerne reden hörst.

    shalom,
    what?!

  18. 18 Uschie 24. Oktober 2010 um 19:59 Uhr

    Du kannst natürlich träumen wovon du willst – Ausgang des Statements war allerdings meine Frage nach deiner angeblichen Alternative zur „nicht-verkürzten-Antikapitalismuskritik“ (die du bis dato nicht dargelegt hast bis auf sporadische Literaturverweise welcher von jedweder Strömung innerhalb der linken Bewegung bzw. Szene auf den Tisch gepackt werden können).

    Deine Beschäftigung mit Lego etc. hatte ich eigentlich als Gegenbeispiel für deine angebliche Zeitknappheit bzw. Prioritätensetzung plaziert, wenn das nicht deutlich geworden ist: sorry

    Deine Unterstellung „na dann lieber gleich Antizionismus“ kann ich bei meinem geposteten auch nach nochmaligem lesen nicht wiederfinden. Lass doch solche Unterstellungen.

    Den Link zum „Ratschlag über Israel“ kann ich nicht öffnen, reparier das mal bitte.

    ALB-Aufkleber gibts im red-stuff-shop, kann sich jede_r mitnehmen und verkleben. Dafür kann niemand was. Nen Gruppenbeschluss gibts dazu nun wirklich nicht. Aber was sind eigentlich israelische linke Kneipen? Meinst du linke Kneipen in Israel oder in Berlin? Da die linken Kneipen in Israel überschaubar sind, kann ich die eigtl. ausschließen, hab dort in den letzten 5 Jahren keine ALB-Aufkleber gesehen. AATW ist dort eher in ;)

    Dass du dich gerne mit vielen Menschen aber nicht mit mir unterhälst, mag sein, tut aber hier nichts zur Sache. Ich hab dich aufgefordert inhaltlich zu argumentieren oder es halt sein zu lassen.

    להתראות, Uschie

    P.S.: Falls du es immer noch nicht getan hast: lies mal den Artikel von Wolf Wetzel. Wirklich interessant…

  19. 19 Uschie 24. Oktober 2010 um 20:00 Uhr

    sorry, markanter Fehler:

    „nicht-verkürzten-Kapitalismuskritik“ :D

  20. 20 wanna know 27. Oktober 2010 um 19:18 Uhr

    da die „diskussion“ hier völlig wirr geht aber nen ergebniss eures austausches interessieren würde hier mal ne kleine zusammenfassung des bisherigen verlaufs der argumentation. in der hoffnung das es dann konstruktiver weitergeht

    what sagt:

    - B5 sind oldschool-antiimps mit strukturellem und offenem antisemitismus
    - B5 „nah“ an nazis (positiver bezug volksbefreiungsbewegungen, antiamerikanismus, verkürzte kapitalismuskritik) #argument1; 2; 3
    - NPD will B5 nicht diskreditieren sondern ne tatsächliche zusammenarbeit #argument4
    - wenn faschismus krieg genannt wird, dann werden antisemitismus und shoa augeblendet

    uschie sagt:

    - bezug zu volksbefreiungsbewegungen anders als bei npd --> keine inhaltliche nähe #argument1 in frage gestellt
    - „antiamerikanismus“ anders als bei npd --> keine inhaltliche nähe #argument2 in frage gestellt
    - frage: gibt es brauchbare „alternativen“ zu einer „zu kurzen“ kapitalismuskritik? -->sonst keine begründung für „nähe“ zur npd #argument3 in frage gestellt
    --> daraus folgt: es gibt keine inhaltliche nähe. eine nähe wird vll konstruiert

    what sagt:

    - unterstützer von volksbefreiungsbewegungen haben völkischen bezug #argument1 ohne beleg gestärkt
    - antiamerikanismus durch konsumkritik, verkürzte kapitalismuskritik, vermeintliches weltmachtstreben --> antisemitische stereotypen --> rechter antiamerikanismus
    - erklärt was ist verkürzter antikapitalismus #argumente 2 und 3 stützen sich gegenseitig, ergänzung um agrument5(unterstellung weltmachtstreben)
    - warum sollte die npd ein angebot an b5 machen wenn nicht wirkliche zusammenarbeit angestrebt #argument 4 durch npd gestützt

    uschie sagt:

    - linke unterstützer von volksbefreiungsbewegungen stützen sicht NICHT auf völkische bezüge oder sozikulturelle hintergründe --> gegenbeispiele (ausser AIZ)??
    - bezug auf unterdrückung
    - (stützen auf soziolulturelle hintergründe v.a. bei sog. antideutschen)
    - blinder positiver bezug auf eine gruppe kann schnell umkippen --> linke 1967, Elsässer
    - rechte unterstützer von volksbeffreiungsbewegunge wollen alliierte nachträglich diskreditieren und antisemitismus (der feind meines feindes is mein freund) kein bezug zur bevölkerung
    --> kein völkisches bindeglied#argument1 in frage gestellt

    - linker „antiamerikanismus“ ist keine kritik am „way of life“ --> gegenbeispiele??
    - kritik an konsumverhalten ist legitim, kein antiamerikanismus
    - keine kritik am liberalen gesellschaft (wie die nazis)
    - welmachtstreben ist keine halluzination sondern real
    - struktureller antisemitismus wird inflationär gebraucht --> risiken?!
    ---> linker „antiamerikanismus“ nicht strukturell antisemitisch
    #argument2 und 5 in frage gestellt

    - es gibt unterschiedliche verantwortungen --> kein struktureller antisemitismus
    - wünsche nach einer heilen welt helfen nicht --> strategie notwendig --> „verkürzter antikapitalismus“ #argument3 in frage gestellt

    - Angebot der NPD war typische querfrontstrategie #argument4 erklärt


    also noch mal ganz kurz als zusammenfassung der zusammenfassung

    what hatte 4 argumente,
    uschie in stellte alle in frage und will quellen
    what bestätigte 4 argumente entweder quellenlos, rekursiv oder mit der npd, bringt neues argument
    uschie stellt erneut detailliert alle in frage, will quellen, erklärt neustes argument

    also jenseits von pöbeleien und alb aufklebern verlaufen argumentationen ja eigentlich so:
    argument --> gegenargument --> (nicht)beweis --> lösung
    bisher konntest du -what- noch keinen beweis für deine thesen/argumente liefern. es gibt also keine gründe deinen behauptungen zu glauben.
    es könnte auch gesagt werden du hast die argumentation verloren, die grundlage dieses blogartikels ist dahin und deine „argumentationsstränge“ solltest du -wenn sie dir wichtig sind- dringend überprüfen.

    es sei denn du lieferst -beweise- aka quellen für deine behauptungen. ganz einfach. oder eben nicht ;-)

  21. 21 Miah 10. März 2011 um 22:56 Uhr

    B5 bekommt ein gespraechsangebot von der npd.. Tiptop :)

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