Archiv für August 2010

Das Leben ist (k)ein Playmobil

Playmobil kam hier wirklich bisher zu kurz. Dabei sind deren Figuren (neben der wunderbar konstruktivistisch-dekonstruktivistischen Welt von Lego) auch nicht zu verachten. Und sei es auch nur aufgrund ihrer (früheren) Geschlechtsneutralität. Ich habe jedenfalls zwei super Stopmotion-Playmovideos gefunden, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Das erste ist ein Mobilisierungsvideo fürs Intersquat-Festival in Berlin, das vom 10.-19. September stattfindet. Das zweite Video beschäftigt sich mit queerer Kindheit. Beide Videos enstanden auf dem Camp „wer lebt mit wem wie und warum“.

mjusik mjusik

Seit ich das Chipophone-Video gesehen habe, geht mir das Lied hier nicht mehr aus dem Kopf:

Und es ist wirklich großartig! Gefunden habe ich dann noch ein Video, bei dem einige Liebhaber des Commodore 64 dasselbe Lied im Boyband-Stil interpretieren. Fans von schlechter Disco-Musik der 90er – guckt es euch an. Ich hatte allerdings einige Schwierigkeiten, das Originallied herauszuhören. Und wo ich gerade bei schlechter Disko-Musik bin: Ich wollte schon immermal den Link zu einem super polnischen Eurodance-Lied posten, das ich auf einer Reise durch Polen kennengelernt habe. Es heißt „Jestes szalona“, was soviel heißt wie „Du bist verrückt“. Und jetzt poste ich noch schnell diese Anti-Apfel-Werbung von 1982.

So. Mehr gute Musik gibt es hier, hier und hier.

All Colours Are Beautiful

Seit das Project Blinkenlights 2001 das Haus des Lehrers am Alexanderplatz in ein Pixeldisplay verwandelt hat, auf dem man Pong spielen und eigene Animationen abspielen lassen konnte, gab es lange keine ähnliche Installation mehr in Deutschland.


Blinkenlights 2001

Das hat sich nun geändert: Mit dem Projekt „All Colours Are Beautiful“ bespielt der CCC München ein Haus mit 96 Fenstern. Auch hier kann man seine eigenen Animationen einsenden. Und diesmal sogar in Farbe. Leider bin ich in der nächsten Zeit nicht in München, aber wer die Gelegenheit hat: unbedingt angucken!

B5 bekommt ein Gesprächsangebot von der NPD

Die Hamburger NPD hat die Parallelen zwischen ihren eigenen Positionen und denen des Internationalen Zentrum B5 in der Brigittenstraße festgestellt und einen Text dazu auf ihrer Homepage veröffentlicht. Der Text würdigt die Arbeit des Zentrums und dessen politische Leitlinien. Zum Schluss wird ein Gesprächsangebot unterbreitet und eine Querfront empfohlen. Angesichts dessen, dass der Text der NPD einigermaßen ausführlich die politischen Parallelen darlegt und eine solche politische Erklärung zum Nachdenken über die (B5-eigenen) Positionen anregen sollte, ist die Reaktion der B5 doch erstaunlich kurz:

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen | Stellungnahme zum „Diskussionsangebot“ der NPD
Dieses „Gesprächsangebot“ ist reine Provokation und soll dazu dienen weitere Angriffsflächen auf das internationale Zentrum B5 zu bieten. Unsere Praxis zum Thema Faschismus und Rassismus lässt keine Zweifel an unserer antifaschistischen Einstellung zu. Unsere Auseinandersetzung mit Nazis findet auf der Straße statt. Wir reden nicht mit Faschisten! Klassenkampf statt Volksgemeinschaft! Nazis auf’s Maul!

Erstaunlich auch die Analyse, dass ein solches Gesprächsangebot einzig und allein der Diskreditierung der B5 dienen soll. Es bleibt die Frage, wer in den Augen der B5 für das Angebot verantwortlich ist, wenn nicht die NPD selber (die vermutlich kein besonderes Interesse daran hat, gerade die B5 bei anderen Linken in Diskredit zu bringen: sie hat stattdessen schon erkannt, dass die B5 selbst in der linken Szene nicht allzu beliebt ist). Auf eine Querfront-Initiative der NPD folgt also eine hilflose verschwörungstheoretische Reaktion der B5. Und: alle haben erkannt, wie nah die B5 und andere Oldschool-Antiimperialist_innen mit strukturellem und offenem Antisemitismus den Positionen der Nazis sind – bis auf sie selbst.

Nachtrag: Spannend wird es auch, wenn man sich die Seite der Sol genauer anguckt, auf der die abschlägige Antwort der B5 zu finden ist. Eingeleitet wird die Stellungnahme mit den bekannten Worten „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“. Stellt man sich die Frage, was denn eigentlich nun genau dieses Verbrechen ist, das den Faschismus ausmacht, wird man weiter unten fündig: Beim Aufruf zu den Gegenprotesten heißt es „Faschismus heißt Krieg“. Krieg ist also das Verbrechen, Antisemitismus und die Shoa können in den Augen der Sol ganz getrost ausgeblendet bleiben. Dann ist es nur folgerichtig, wenn heute (am 18.8.2010) unkritisch der Film „To shoot an elephant“ (bei dem es um die Auswirkungen der „Operation gegossenes Blei“ auf die Bevölkerung des Gaza-Streifens geht) gezeigt wird, während sich nächste Woche dann anhand des Film „Hamas – Die Macht in Gaza“ kritisch mit der Hamas auseinandergesetzt werden soll. Wenn die Sol also einen Film braucht, um darüber nachzudenken ob sie eine antisemitische islamistische Gruppe unterstützen soll oder nicht, wundert es wirklich kaum, dass sie einfach nicht versteht, was die NPD auf Tuchfühlung gehen lässt.

Robot Unicorn Comics

Nachdem Robot Unicorn Attack auch aufgrund dieses Posts (und natürlich wegen des Soundtracks) einige Beliebtheit erlangt hat, gibts hier jetzt ein paar (auf verschiedenen Seiten geklaute) Comics. Der erste gefällt mir besonders: Robot Unicorn against Homophobia.

And always remember: Your wishes will come true.

Achja: wer die Candy-Mountain-Filme noch nicht kennt, sollte mal hier klicken.

Mussolini der Mops

…aber war das nicht Hitler mit dem fehlenden Hoden? Ok, genug der schlechten Scherze. Ich wollte eigentlich noch einen Beleg für das Übergreifen des Web 2.0 auf die offline Welt in Form von Reallife-Comments hochladen. Leider wurde der kommentierende kleine blaue Zettel, der an dem unten zu sehenden Aushang klebte, schon entfernt. Weil der Text so schön war, werde ich ihn dennoch wiedergeben:

Seit einigen Tagen ist eine Katze in unserem Hof. Sie hat einen weißen Latz, ansonsten sah sie schwarz aus, weil es dunkel war. Tel: ***

Schön. Nachts sind alle Katzen schwarz.

All Cops are Dancers


(via)