Archiv für Juli 2010

Heard that chiptune before

Super. Live Chiptune-Playing auf einer Orgel. Ich bin schwer beeindruckt ob der Bastel- und Keyboardkünste des Spielers. Und jetzt weiß ich endlich auch, woher die Tetris-Titelmelodie stammt: Sie ist ein russisches Volkslied und heißt Korobeiniki.

Kirmestechno für alle

Wenn ihr diese Serie noch nicht kennt, habt ihr bisher ein bisschen was verpasst. Die 90er sind nämlich doch noch nicht vorbei: schlechte Frisuren, Kirmestechno, krasse Autos und Dosenbier gibt es bei New Kids on the Block.

48 days later

Stimmt zwar nicht ganz, aber es klang so schön: 48 days later könnt ihr the Return of Megamull im Hafenklang erleben. Wer sich nicht erinnert: es gab da auf der Fusion dieses eine oder das andere Lied, die ein paarmal gespielt wurden und worüber ich auch schon geschrieben habe. Wer die Lieder nicht so mag, findet hier und hier andere, ebenso tolle. Wegen der allgemeinen Verrücktheit und anderer Gründe findet nun am 14.8. im Hafenklang folgende Party statt:

Auf dem Flyer fehlt vermutlich ein „Spiel“ vor dem „mit mir“. Vielleicht dürft ihr ja auch Musikwünsche äußern. Oder euch beleidigen lassen. Möglicherweise wird der Abend auch sehr schrecklich und langweilig. Aber wahrscheinlich nicht im Hafenklang. Guckt es euch an, und vor allem auch diesen Blog. Und dieses Video.

Tetris behind the scenes

(via)

Deutschland, wir wissen wo dein Auto steht

… eine WM-Nachlese.

Eigentlich wollte ich mich ja gar nicht mehr äußern zu dieser „Fahnenstreit“-Geschichte. Gedanken gemacht habe ich mir schon darüber, dass viele Migrant_innen in Neukölln (und anderswo in Berlin) Deutschland und die deutsche Männer-Mannschaft des DFB bei der FIFA-Männerfußball-WM abfeierten. Autos mit einer Türkei-, Palästina und Deutschlandfahne machten jedenfalls klar, dass es hierbei nicht um das reine Bekenntnis zu einem Fußballteam ging und dass Nationen und Nationalismus ganz unangenehme Veranstaltungen sind. Und es ist ja auch ziemlich egal, wer sich nun gerade zu dem nationalen Zwangskollektiv Deutschland bekennt. Nicht vergessen werden darf hingegen, dass nun zwischen den „integrierten, flaggentragenden“ Migrant_innen und den „Anderen“ unterschieden werden kann, wie Martin Endemann von Baff in der taz feststellt:

„Das sind ja nicht andere Deutschlandfans, nur weil sie Migranten sind“, wundert sich Endemann über die Diskussion, die wegen des Neuköllner Fahnenstreits entbrannt ist. Dass der neue Patriotismus entspannter sein soll, ist für ihn ein Mythos. „Es werden ja trotzdem Unterschiede gemacht, jetzt eben zwischen den Migranten, die flaggen, und solchen, die nicht flaggen.“

Die autonome Neuköllner Antifa hat zu diesem Thema einen Text geschrieben. Darin skizziert sie Nationalismus

als Eintrittskarte und Mitmachangebot für ansonsten durch institutionalisierten und alltäglichen Rassismus marginalisierte Menschen.

Unter der Überschrift „Integration – Nein, Danke!“ findet sich außerdem die folgende Feststellung:

Ein Schlagwort das in der Debatte immer wieder auftaucht und leider viel zu häufig unkritisch reproduziert wird, ist das der Integration. Hinter dem Wort Integration steht dabei ein rassistisches wie ausgesprochen wirkmächtiges Konzept. Es ist kein Konzept, dass gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe von Migrant_innen zum Ziel hat, sondern vielmehr die Anpassung der Migrant_innen an den gesellschaftlichen Idealtypus der deutschen Mehrheitsgesellschaft propagiert und somit auf die Errichtung einer homogenen und scheinbar wiederspruchlosen Gesellschaft, geeint in einer „deutschen Leitkultur“, ausgerichtet ist.

In der Jungle World, dem bekannten antideutschen Wochenblatt, findet sich dagegen ein Artikel, der sich gegen den Deutschlandfahnenklau ausspricht und ein unverkrampftes Fußballfan-Funpatriotismus-Dasein propagiert:

Die selbstgestellte Aufgabe diverser Autonomengruppen bei dieser WM war es nämlich, sich stolz im Internet zu präsentierten, vor Haufen von schwarz-rot-goldenen Wimpeln, Fähnchen und Girlanden, die sie auch nach den Festen auf der Fanmeile aus den Mülleimern gezogen haben könnten. Diese Fahnensammelei war dann ganz schrecklich antinational und ein Beitrag zur Verhinderung des Dritten Weltkriegs, den Deutschland gerade plant. Wahrscheinlich gehört das neue Bild der deutschen Nationalmannschaft mit zum deutschen Plan, der Welt eine hübsche Maske zu zeigen, vor der man sich um so mehr fürchten sollte. Man kennt das ja aus der deutschen Geschichte. An die Stelle des hässlichen Effizienzfußballs vergangener Tage, der so teutonisch wirkte wie eine Wagner-Oper, trat virtuoser Spaßfußball, der Engländer und Argentinier so verblüffte, dass sie erst gar nicht versuchten, dagegenzuhalten. Eine deutsche Mannschaft trat da in Südafrika an, bei der Reporter im Ausland verzweifelt ihren Zuschauern erklären mussten, dass die Deutschen jetzt Khedira und Özil heißen und nicht mehr Fritz oder Matthäus. Aus den hässlichen Deutschen, die noch in den Achtzigern jede gegnerische Mannschaft mit ihren Blutgrätschen in Angst und Schrecken versetzt hatten, war eine junge Gute-Laune-Truppe geworden, an der sich jetzt Brasilien ein Vorbild nimmt, das sich selbst erneuern möchte, um endlich wieder so aufregend zu spielen wie streckenweise Deutschland bei dieser WM.

Auch die Sache mit der Integration hat der Autor Boris Heyne nicht so richtig verstanden:

Doch diese Au­tonomen benutzen Migranten, um ihre eigenen Identitätskonflikte auszufechten, und das ist bestenfalls peinlich. Das wird auch klar, wenn man auf die Homepage von »Fahnenflucht« schaut, wo der kleinkarierte Fahnenstreit ausgetragen wird. »Integration – Nein, Danke!« heißt es dort beispielsweise. Dabei sollten darüber, ob sich jemand integrieren will oder nicht, nicht irgendwelche linken Blutsdeutsche mit zu viel Langeweile zu bestimmen haben.

Möglicherweise weiß er nicht, dass diese Überschrift von der gleichnamigen Kampagne einer Migrant_innenselbstorganisation stammt. Möglicheweise möchte der Autor auch einfach weiterhin

Fahrräder sinnlos mit möglichst vielen Flaggen […] schmücken, [denn] ironisches Schwarz-Rot-Gold-Kettchen-Tragen war in jeder Hipsterkneipe angesagt.

Außer in der Tristeza. Vielleicht ist das ja doch noch keine Hipster-Kneipe. Falls jedenfalls irgendjemand Ironie in dem Jungle World Artikel gefunden hat, möge er_sie mir diese Erkenntnis doch mitteilen. Ansonsten bin ich erstmal etwas verstört darüber, dass Antideutsche jetzt wieder unverkrampft ihre Deutschlandfahnen wehen lassen wollen. Und dass sie beleidigt sind, wenn „trostlose Autonome“ sie ihnen wegnehmen.

Antirassistisches Bündnis NeuköllnAntirassistisches Bündnis Neukölln

Kommando Kevin Prince-Boateng Berlin-OstKommando Kevin Prince-Boateng Berlin-Ost

PS: In derselben Ausgabe der Jungle World findet sich außerdem noch ein Artikel, in dem beklagt wird, dass Linke nicht in Würde liberal werden können. Dort heißt es:

»Ich will nicht Jutta Ditfurth sein«, bekennt Klingelschmitt in der Taz. Das kann ihm niemand verübeln. Es hat aber auch niemand von ihm verlangt, Jutta Ditfurth zu werden. Er möchte kein Linker mehr sein, sondern »als was anderes firmieren«. Das hat ihm keiner verboten, ist ja ein freies Land hier. Doch man muss deshalb nicht zu einem fahnenschwenkenden Patrioten mutieren. Einen linken »Beißreflex beim Deutschlandfähnchen« entdeckte Klingelschmitt, sowie Warnungen »vor einem Vierten Reich, das da bald kommen werde«. Diese Kritik kommt rund 20 Jahre zu spät. Doch was zählen ein paar Jahre, wenn es darum geht, jene zu schützen, die »überall im Lande die multikulturelle deutsche Fußballnationalmannschaft ganz zu Recht euphorisch feiern«.

Vielleicht demnächst mal die eigene Zeitung lesen, bevor man mit dem Taz-Bashing anfängt?

Can‘t stop playing

Ich habe ein paar schöne Lego-Kreationen entdeckt, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Das erste Bild zeigt die Lightcycles aus dem Film und Spiel Tron.

legotron

Die nächsten Kreationen gefallen mir wegen ihres Anklangs an den Surrealismus. Das erste ist noch bekannt aus Alice in Wonderland, die anderen sind frei erfunden.

Queen of Hearts

Color your world

ghouls
(via)

Zum Schluss noch zwei Bilder aus New New York: Lego-Futurama! (Es gibt übrigens eine neue Staffel. Und heute hat mir doch tatsächlich jemand erzählt, dass er Futurama erst vor kurzem kennengelernt hat. Also: nicht verpassen.)

New New York

Futurama Crew

Das Leben ist ein Ponyhof

Wer früher „The last unicorn“ gemocht hat, wird das Flash-Spiel mit dem Namen „Robot Unicorn Attack“ lieben. Guckt es euch an, schon wegen des Soundtracks lohnt es sich. Unglaublich trashig. Und was soll bitteschön ein Einhorn-Roboter sein?

Wer mehr auf „My little Pony“ steht, dem sei dieses Spiel ans Herz gelegt. Hätte auch den Namen Ponytron verdient und ist dementsprechend ein Multiplayer-Game. Viel Spaß…

Sexismus, antimuslimischer Rassismus und Antiemanzipation


(via)

Das Buch „Sex, Djihad und Despotie“ von Thomas Maul war mir schon beim Lesen des Dschungel-Dossiers vor einigen Wochen ziemlich unsympathisch. Zu diesem Zeitpunkt erschien mir der Text allerdings nur als ziemlich einseitig, tendenziell rassistisch und das Christentum und die bürgerliche Ehe verherrlichend. Dass das Buch jedoch so regressiv ist, wie das Cover deutlich macht, war mir da noch nicht bewusst. Da werden sämtliche sexistischen, eurozentristischen und rassistischen Stereotype, die der Autor so haben mag und wohl auch in seinem Buch vertritt, in einer extrem schlechten „Karikatur“ abgehandelt. Im Buch selbst erscheint der Islam als monolithischer Block, der sich primär durch Sexismus kennzeichnet und reproduziert. Säkulare und liberale Tendenzen im Islam werden konsequent ignoriert. Praktisch auch, dass man sich durch die Projektion auf das grundlegend „Andere“ seiner eigenen Sexismen entledigen kann. Da wird auch schonmal die bürgerliche Ehe zum frauenbefreienden Moment, das Christentum zur aufgeklärten Religion und der bürgerliche Rechtsstaat zum Allheilmittel. Schon interessant, welche Bücher der ca ira -Verlag so herausgibt. Hingewiesen sei hier noch auf zwei Texte, die sich mit antideutschem „Feminismus“, Islamkritik und Rassismus beschäftigen und sich für die Notwendigkeit einer emanzipatorischen Gesellschaftskritik aussprechen. Verwiesen wird in den Texten auch auf das erste Buch von Thomas Maul („Die Macht der Mullahs “), in dem er sich unter anderem explizit gegen antisexistische Gender Studies wandte. Hier die Links zu den Texten:

I read some Marx and i liked it

Zwielichtiges Internetgame

Ich weiß nicht ob ihr Twilight kennt (ich denke mal eher nicht), aber das hier ist eine wirklich lustige Gameboy-Umsetzung der schlechten schnulzigen Vampir-Filme und Bücher. Zum Glück auch nicht ganz ironiefrei. Und eine solche Youtube-Fortsetzungsgeschichte habe ich in der Form auch noch nicht gesehen.

(via)

Update: Ist wohl teilweise wegen Urheberrechts-Spielverderbern nicht online. Aber so sieht es aus: