Archiv für April 2010

Noch mehr Oldschool-Atz_innen

Normalerweise finde ich diese „ein_e Vermummte_r liest einen Aufruf vor“-Videos ja nicht so spannend, aber mit der Computerstimme macht das richtig Spaß. Noch schlimmere Oldschool-Prolls als in Berlin gibt es außerdem in Hamburg. Die kommen noch dazu aus dem Sol-Umfeld. Uaah. Aber seht selbst:

Update: Tja, leider wurde die Videobotschaft mit dem Demo-Aufruf gelöscht und ich habe sie auch nicht nochmal im Internet gefunden. Schade. Hätte sie gerne behalten. Auch als Andenken an gestern. War ein netter Tag.

Legogaming 2.0

verrückte Christen
Achja, und wenn ihr sonst nichts zu tun habt, könnt ihr auch für einen friedlichen 1. Mai beten. Die Antifa Berlin hat sich auch schonmal vorsorglich in den dafür eingerichteten Doodle eingetragen. Damit ihr nicht für das Falsche betet, hier nochmal die aktuellen Inhalte der Gebete:

Gott ehren:

* Wir ehren Gott als den Friedefürsten
* Wir ehren Gottes Geist, der Frieden bringt
* Wir ehren Gottes Ordnungen (Psalm 119)

Wir beten für …

* einen Rückgang der Gewalt
* einen friedlichen 30. April (Walpurgisnacht) und 1. Mai
* gelingende Planung des Myfests, das der Gewalt entgegen wirken will
* den Gottesdienst am 1. Mai: gute Kommunikation mit den Verantwortlichen, klare Verkündigung
* das Gebet am 1. Mai im Kiez – dass viele Menschen sich daran beteiligen
* Schutz für diejenigen, die sich um den Frieden vor Ort bemühen
* die Polizei: Weisheit, Klarheit, gute Kommunikation, Schutz, Verhältnismäßigkeit, Deeskalation
* frustrierte Jugendliche – dass Gott sie vor Gewalttaten zurückhält und sie seinen Frieden erleben
* Segen auf allen Initiativen, die sich bemühen, Migranten und deutschen Jugendlichen eine gesellschaftliche Perspektive zu geben
* Initiativen in Kreuzberg, die Menschen das Evangelium und die Liebe Gottes nahe bringen: Segen, Bekehrungen, Stärkung und Gründung von Gemeinden

Also wenn Religion immer noch das Opium des Volkes ist, dann möchte ich wirklich kein Junkie sein. Obwohl, für die Weisheit der Polizei zu beten, entbehrt nicht eines gewissen Humors. Und drei Gebetspunkte gleich mal für sich selbst zu reservieren, ist auch ganz plietsch. Also meldet euch an, es sind bestimmt noch Gebetsplätze frei (auch ganz nah am Geschehen!).

Oldschool Atz_innen against Nazis

Kulturindustrielles Spektakel

Samstag, 16h, Alexanderplatz. Einkaufende Menschen, von weitem die Geräusche einer Demonstration. Demonstration? Oder doch nur kreischende Teenies? Nein, denn in der Kulturindustrie ist es durchaus von Bedeutung, für den Verlierer einer Superstar-der-nie-ein-Superstar-sein-wird-Auswahl-Show zu demonstrieren. Hier wird die Show selbst zur Politik und nicht mehr, wie so häufig, die Politik zur Show. Mitgebrachte Plakate mit der Aufschrift „Menowin – Sieger der Herzen“ verkündeten die politische Botschaft der Demonstration. Wenig innovativ waren die Teilnehmer_innen des selbstinszenierten Spektakels allerdings in der Auswahl ihrer Sprechchöre: Ein monotones „Menowin, Menowin“, nur unterbrochen durch den Gesang zum mitgebrachten Lauti („What is love? Baby don‘t hurt me, don‘t hurt me…“) aus 100 jugendlichen Kehlen schallte über den Platz. Vergebens gelauscht wurde nach Demosprüchen wie „Menowin war wunderbar- Mehrzad ist kein Superstar“ oder „Für die Musik für das Leben – Mehrzad aus dem Äther fegen“. Ebenso vergebens war die Hoffnung auf eine Erweiterung des Spektakels um sich entgegenstellende Mehrzad Fans, die aufgebracht den wahren Wahlsieger gegen den wütenden Mob verteidigen würden. Die Teilnehmer_innen der Pro-Menowin-Demo verzichteten außerdem auf das Tragen von Buttons mit der berechtigten Frage „Where is my vote, Dieter Bohlen?“. Sollte sich die Stimmung allerdings weiter aufheizen, könnte sich die Lage in den nächsten Tagen verschärfen.

Legogaming

Ankündigungen mit schönen Plakaten

Auch wenn ich mich in Ästhetiktheorie nicht so auskenne, würde ich die folgenden Plakate einfach mal als „schön“ bezeichnen. Und außerdem sind noch ankündigungswerte Veranstaltungen drauf. Ich lasse sie einfach mal für sich selbst sprechen.

Merke: auch Schuhe, Jacken, Tomaten, Zirkel, Plastikstühle, Schraubstöcke und Krähenfüße können beim Verhindern eines Naziaufmarsches kaputtgehen! Also Vorsicht am ersten Mai!

Genderreflektierte Piktogrammatik

…hat der Verkehrsminister Peter Ramsauer offensichtlich noch nicht so drauf. Zumindest finde ich die neuen Straßenschilder in dieser Hinsicht nicht sehr innovativ. Dass Ramsauer auch auf anderen Gebieten reichlich schlimme Dinge denkt und sagt, hat die Jungle World schon vor einiger Zeit bekannt gemacht. Dazu vielleicht wann anders mehr. In Österreich und der Schweiz dürfen allerdings offensichtlich auch männliche Fußgänger_innen Kinder an der Hand halten:

Österreich Schweiz