Archiv für März 2010

Searching for… what?!

Meine Top-5 der Suchbegriffe die hier so nach und nach aufgelaufen sind:

5. „volker fuchs 2010 nazi“ Ja ich denke auch im Jahr 2010 ist der Volker Fuchs noch ein Nazi. Auch wenn er nicht mehr soviel von sich hören lässt und vermutlich hauptsächlich als Zuhälter auf dem Kiez rumhängt. Es gilt nach wie vor: Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm – beim Volker ist das andersrum. War das die Frage?
4. „opfer von projektion“ Hmm. Klingt irgendwie nicht so gut.
3. „das wärmste jäckchen ist das“ Ist ja irgendwie logisch im kalten Winter bei Google nach warmen Jacken zu suchen. Aber mich würde denn doch interessieren, was genau das wärmste Jäckchen nun ist.
2. „faschismus vera lengsfeld“ Uii, gewagte Verknüpfung. Ganz so hätte ich das dann doch nicht… ich meine man könnte ja… bei den Veranstaltungen, die sie besucht… aber die gute Frau Lengsfeld, so hat sie das doch bestimmt nicht… oder vielleicht doch?
1. „extrem“ Kurz knapp und doch. Besser hätte der Verfassungsschutz das bestimmt auch nicht formulieren können.

Trauernde Nazis, Polizei und die Antifa

…klingt irgendwie nach Dresden? Ha, reingefallen. Zur Zeit scheint es gar nicht möglich zu sein, an einen Naziaufmarsch zu denken ohne Dresden zu denken. Mit unnötiger Selbstbeweihräucherung sollte mensch aber gerade deswegen vorsichtig sein, weil sich nicht überall ohne Weiteres das selbe Spiel „die Antifa startet eine Massenmobilisierung, die Massen kommen und die Nazis gehen keinen Meter“ wiederholen lässt. Am 27. März wollen die Nazis nun wie jedes Jahr in einem Trauermarsch durch Lübeck laufen. Die Gruppe Avanti, Teil des no pasaran-Bündnisses, versucht bildsprachlich (wenn auch eher dilettantisch) an ihren Erfolg in Dresden anzuknüpfen:

Auch wenn der Bezug auf die schöne historische Altstadt in Dresden schon falsch war, scheint sich diese in no pasaran Kreisen als Mobilisierungssymbol so langsam durchzusetzen. Und das obwohl es in Lübeck noch nicht einmal das unheimliche Bürgergedenken in dem Ausmaße wie in Dresden gibt. Man könnte sich die Frage stellen, ob ein solches nicht eher noch durch die antifaschistischen Bürgerbündnis-Aktivitäten angeregt wird, wenn eine große Anzahl Menschen an den zahlreichen mit dem Bündnis verknüpften Andachten teilnimmt. Uah.
Auch die autonome Antifa ist in Bezug auf Lübeck nicht sonderlich kreativ. Begreift sie doch auf ihren Flyern die Polizei zunächst als das weitaus größere Problem, um dann auf der Rückseite auf den stattfindenden und zu verhindernden Naziaufmarsch hinzuweisen:

Auch wenn es durchaus sympathisch erscheint, dass der Staatskritik ein größerer Platz als der Opferstilisierung der Nazis eingeräumt wird, gerät diese mit einem Aufruf zum „Mut zur Lücke“ doch recht kurz. Interessant ist, auch dass die autonomen Antifas (vermutlich dank missverständlicher Formulierung) gar nicht an den Erfolg in Dresden anknüpfen wollen:

Wir sagen – jetzt reicht’s! Lübeck wird kein zweites Dresden werden!

Auch sonst sollte man meinen, dass Antifas anderen Antifas mehr zu sagen hätten als die wenigen Sätze des Aufrufs, und dass die anderen Antifas auch mehr Text gelesen hätten, wäre er denn geschrieben worden. Und sei es nur ein bisschen mehr Information zum Hintergrund der mobilisierenden Neonazis. Nunja. Am besten gefällt mir dann immernoch die Pacman-Symbolik der Gruppe Basta! Linke Jugend Lübeck.

Sonntagnacht

Für wen wird eigentlich das Fernsehprogramm Sonntag nachts gemacht? Zu sehen gibts es Kevin Kostner, Kurt Krömer, Dittsche und die Mutter von einem Amokläuferopfer die sagt „Er wurde nicht als Amokläufer geboren, er wurde dazu gemacht“ (hat sie etwa Simone de Beauvoir gelesen?). Ich frage mich immer, ob die Fernsehzuschauer so kaputt sind wie Dittsche oder ob sie einfach die kaputten Witze mögen. Aber das bleibt ihnen ja auch ganz unbenommen. Ich mach jedenfalls das schöne Hamburgisch, nech?