Happy D-Day!

Baumstämme die durchs Weltall fliegen

Vor kurzem erst bin ich auf die schon ab 2003 erscheinenden Art Games der tschechischen Spielentwickler_innen Amanita Design gestoßen. In Samorost hilft man einem kleinen Außerirdischem im Schlafanzug dabei, die Kollision seines Meteoriden mit einem Zweiten zu verhindern, und darf dabei dennoch nicht zu sehr auf das eigentliche Spiel fixiert sein. Stattdessen lässt man sich besser auf die Collage aus Klang, Bildern und Animationen ein, um dann doch noch die Welt zu retten.

Samorost 2 ist online leider nicht komplett verfügbar, aber das Durchspielen des ersten Kapitels (der kleine Hund des Außerirdischen wird entführt!) lohnt sich sehr, zumal weil das altbackene Thema der Errettung der hilflosen Prinzessin hier reaktualisiert wird. Der kleine Roboter aus Machinarium erinnert in seiner Fragilität und Ungelenkigkeit einerseits an die Puppen der Augsburger Puppenkiste und andererseits an die Unvollkommenheit und gleichzeitige Vermenschlichung technischer Errungenschaften. Anders ausgedrückt: er ist einfach nur süß, aber warum ist er eigentlich süß?

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Dinosaur-Tasche

Da ich aus verschiedenen Gründen in letzter Zeit nicht so zum bloggen komme, poste ich ein lustiges Video um euch hinzuhalten. Aber es ist auch wirklich wirklich lustig! Und schön! Ich will ein Poster von dem Dinosauerier mit der pinken Tasche…

Herrschaftszeiten

Ich bin auf ein neues Projekt gestoßen: „Der rote Faden“ beschäftigt sich mit linker Herrschaftskritik. Der Trailer ist jedenfalls schonmal ziemlich schick. Die folgenden Teile beschäftigen sich, designmäßig irgendwo zwischen Telekolleg und Sesamstraße, mit so spannenden Dingen wie Ideologie, Verteilung, Staat, Antisemitismus und Rassismus.

Dance dance robot

Ich bin seit kurzem Fan von HRP-4C, die_der 2009 in Japan entwickelt wurde. Seit diesem Jahr kann sie singen und tanzen und, wie ich finde, es mit dem Pop-Mainstream der 90er ganz gut aufnehmen. Beachtlich ist auch ihre Gender-Perfomance: Die überdeutliche Darstellung von Weiblichkeit, die als solche wahrgenommen werden kann und soll, dient aus Sicht einiger Roboterkonstrukteur_innen der besseren Vorhersagbarkeit der Mensch-Maschine Interaktion. Eine Interaktion auf der Basis von festen Identitäten verringert die Handlungsoptionen auf der Seite der Menschen und ermöglicht es, die Reaktion der Roboter sinnvoll darauf abzustimmen. So wird die feministische Kritik am doing gender gegen sich selbst gewendet und eine feste Geschlechtsidentität auf den amorphen Roboter-Körper eingeschrieben. Und auch die Handlungsmöglichkeit aufseiten des Menschen bleibt weiter eingeschränkt. Ob HRP-4C da jemals wieder rauskommt? Ich warte auf die queer-feministische Roboter-Revolution.

Deutschland abschaffen.

PARTEI erringt Teilsieg: Mauer wird wieder aufgebaut

Berlin. Es ist entschieden – 21 Jahre nach dem Abriss der historisch gewachsenen Stadtteilung wird die Mauer wieder aufgebaut. Am 9. November trafen sich führende Politiker aus Ost- und Westberlin um die Eröffnung des ersten Teilstücks an der Bernauer Straße feierlich zu begehen. Die neue Mauer enthält sowohl Teile der alten Mauer als auch moderne Elemente. Dies sei eine Hommage an die historische Teilung der Stadt und deren zukunftsweisende Bedeutung, heißt es aus Regierungskreisen.


Das fertiggestellte Teilstück mit Grenzübergängen

Die aufstrebende Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative forderte schon ab 2004 den Wiederaufbau, nun schlossen sich auch die anderen Regierungsparteien diesem Ansinnen an. Über die Neuorganisation der Regierung wird derzeit noch diskutiert. Auch die Gespräche über die Aufteilung des öffentlichen Nahverkehrs dauern noch an.

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Ein Blick über die neue Mauer in Richtung Ostberlin

Heftige Debatten rief der Vorschlag einiger Ostberliner hervor, Teile von Neukölln und Kreuzberg in den Osten einzugliedern. Diese Stadtteile seien aufgrund der vorliegenden Wahlergebnisse eher dem ostdeutschen Lager zuzuordnen, hieß es. Westberliner reagierten auf den Vorschlag mit einem Protestbanner mit der Aufschrift „Insellösung ja- abgebrochene Eisscholle nein“. Der genaue Mauerverlauf steht noch nicht fest. Dennoch soll der Bau in Berlin im September 2011 abgeschlossen sein.

Intelligent Game Design

Da ich jetzt wieder Ubuntu verwende, bin ich auf ein paar Spiele gestoßen, die darunter laufen: Passage, Gravitation und Cultivation. Gerade die beiden ersten zeichnen sich durch ein ungewöhnlich hübsches (pixeliges) Gamedesign aus.


Passage

Das besondere an den Spielen ist aber nicht in erster Linie ihre Grafik, sondern der Inhalt und das Gameplay. Es sind sogenannte Artgames, die Inhalte an den_die Spieler_in transportieren, die_der zunächst nicht genau weiß worum es in dem Spiel eigentlich genau geht. Probiert es am besten selbst aus, ich möchte hier nicht zu viel verraten. Der Spielprogrammierer aller drei Spiele ist Jason Rohrer aus den USA, der die Spiele aus politischen Gründen kostenlos und open source verfügbar macht. Auf ein ähnliches schönes Artgame war ich schon auf ein paar Monaten gestoßen, es heißt Coma und ist hier als Flashgame online spielbar.


Coma

Musikalisch und optisch zu den Pixelgames passend ist das Video zu „wanna dance“ von den Bondage Fairies. Die eins-zu-eins Text-Umsetzung gefällt mir jedenfalls ziemlich gut.

Was mir leider nicht so gefällt, ist die neue Single von Saalschutz. Auch wenn das Publikum immer jünger wird, muss man sich doch nicht unbedingt textlich daran anpassen, oder? „Ravepunk für eine bessere Welt“ ist jedenfalls entweder ein ironischer Verweis auf „Raven gegen Deutschland“, oder einfach nur ein langweiliges Lied von einer eigentlich doch recht intelligenten Band.

New York, New York

…ein paar Impressionen:


Die Skyline von Manhattan


Eine Subway-Station


Andy Warhol

Das Leben ist (k)ein Playmobil

Playmobil kam hier wirklich bisher zu kurz. Dabei sind deren Figuren (neben der wunderbar konstruktivistisch-dekonstruktivistischen Welt von Lego) auch nicht zu verachten. Und sei es auch nur aufgrund ihrer (früheren) Geschlechtsneutralität. Ich habe jedenfalls zwei super Stopmotion-Playmovideos gefunden, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Das erste ist ein Mobilisierungsvideo fürs Intersquat-Festival in Berlin, das vom 10.-19. September stattfindet. Das zweite Video beschäftigt sich mit queerer Kindheit. Beide Videos enstanden auf dem Camp „wer lebt mit wem wie und warum“.